Häuser der Einschonsteinsiedlung mit dem Schornstein des abgerissenen Zentralgebäudes im Hintergrund

Straßenansicht mit Vorgärten in der Einschornsteinsiedlung

Einschornsteinsiedlung

zwischen Kortumstraße, Koloniestraße, Wildstraße und Mozartstraße (Neudorf), 47057 Duisburg

Legende für Merkmale

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IconObjekt der Route der Wohnkultur

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denkmalgeschütztes Objekt

1927–1930

Moderne

Johannes Kramer
(Architekt)
Walter Kremer
(Architekt)
Architekt Hermann Bräuhäuser
(Architekt)
Leberecht Migge
(Gartenarchitekt)

Gemeinnütziger Bauverein Essen AG

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Einschornsteinsiedlung

Anders als bei der Arbeitersiedlung am Dickelsbach handelt es sich bei der Einschornsteinsiedlung um ein Wohngebiet, das auch höheren Ansprüchen genügen sollte. Die Siedlung erfüllte hohe Standards hinsichtlich Bauweise, Wohngrundrissen und -komfort, Funktionalität, Gestaltung, Infrastruktur und des sozialen Reformgedankens. Das weithin sichtbare Zeichen der einstigen Modernität ist der hoch aufragende Schornstein, nach dem die Siedlung benannt ist. Er markierte das 2007 abgerissene Zentralgebäude der Siedlung, in dem wichtige Funktionen gebündelt waren. Um den Zusammenhalt der Bewohner untereinander zu stärken, waren hier Gemeinschaftseinrichtungen untergebracht, darunter ein Kinderhort und ein Versammlungssaal mit Bühne. Vor allem aber befand sich hier eine Fernwärmezentralheizung, die die gesamte Siedlung mit Heizwärme und warmem Wasser versorgte – zu einer Zeit, als es noch üblich war, Wohnungen und Häuser individuell mit Brennöfen zu bestücken. Auch das Wäschewaschen und Trocknen war aus den Wohnungen ausgelagert; die Hausfrau – oder eine bezahlte Wäschefrau – konnte dies im Waschhaus erledigen. So entfiel auch die Notwendigkeit eines Trockenbodens auf dem Dach, und die Architekten ersetzten die herkömmlichen Giebeldächer durch Flachdächer. Diese trugen entscheidend zum modernen Erscheinungsbild der Siedlung bei, indem sie die Häuser auf ihre Würfel- bzw. Quaderform zurückführten. Ursprünglich waren die Außenwände entsprechend der jeweiligen Ausrichtung konsequent in den Grundfarben Rot (Südwest), Gelb (Nordost) und Blau (Nordwest und Südwest) gestrichen; so wurde die Dreidimensionalität der Baukuben geradezu plastisch hervorgehoben. Heute sind die Farben an die originale Fassung angelehnt, aber im Ton etwas abgemildert.

81 Einfamilien- und 72 Mehrfamilienhäuser mit 360 Wohnungen sorgen für eine durchmischte Struktur der Siedlung. Die Häuser selbst folgen dem am Dickelsbach entwickelten Grundrisstyp und variieren ihn.

Den großzügigen Charakter aber erhält die in Zeilenbauweise errichtete Siedlung durch die Grünflachen, die von keinem Geringeren als dem Gartenreformer Leberecht Migge geplant wurden. Migge, der besonderen Wert auf die Nutzbarkeit und die soziale Funktion von Gärten legte, übersetzte die Prinzipien des Neuen Bauens in die Gartenarchitektur. Auch in Neudorf führte er die formale und serielle Struktur der Siedlung in den Gärten weiter und definierte Gartenräume, die durch ihre Funktion bestimmt waren. Zwischen den Mehrfamilienhäusern wurden nach englischem Vorbild Gemeinschaftsflächen angelegt, die den Hausbewohnern vorbehalten waren – große Rasenflächen, in deren Zentrum sich mit Pappeln und Feldahornhecken eingehegte, vertieft gelegene Spielplätze befanden, die wechselweise für Kleinkinder oder für Schulkinder angelegt waren.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 04.07.2019

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Kategorien:
Architektur » Wohnbauten » Mehrfamilienhäuser/Wohnsiedlungen

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