Getreidesilos der Weizenmühle Plange

Weizenmühlenstraße, 40221 Düsseldorf

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denkmalgeschütztes Objekt

1929

Moderne

Architekt Karl Wach
(Architekt)
Heinrich Rosskotten
(Architekt)

- keine Angabe -

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Getreidesilos der Weizenmühle Plange

Als „prachtvolle Erstgeburten der neuen Zeit“ bejubelte Le Corbusier 1922 in seiner Schrift „Ausblick auf eine neue Architektur“ die Silos und Fabriken Nordamerikas. Anders als die Architekten schüfen die Ingenieure, bestimmt durch die funktionalen Erfordernisse und in der Beschränkung auf die baulichen Grundformen, lebensfähige Organismen, die echte Architekturempfindungen hervorriefen. Um seine These von der skulpturalen Wahrhaftigkeit der Ingenieurbauwerke zu untermauern, zeigte Le Corbusier Fotografien von Kornspeichern und Elevatoren aus Übersee, darunter das damals wohl größte Silo der Welt im kanadischen Fort William. Diese und weitere Fotografien waren von Walter Gropius schon 1913 im Jahrbuch des Deutschen Werkbunds abgebildet worden, mit dem kleinen Unterschied, dass Le Corbusier sie durch Retuschen nochmals purifizierte und monumentalisierte. Auch Erich Mendelsohn ließen die amerikanischen Riesenspeicher nicht unbeeindruckt. Mit der Abbildung eines Kornspeichers in Buffalo in dem Band „Amerika. Bilderbuch eines Architekten“ (1926) führte er zu den Ursprüngen der ab 1850 von der Firma Washburn Crosby entwickelten Bauform.

Kaum erstaunlich also, dass man auch in Düsseldorf nach Amerika schaute, als in der Getreidemühle Plange neben technischen Neuerungen im Mahlbetrieb eine Erweiterung der Siloanlagen anstand. Inzwischen führte der Ingenieur Walter Plange die Firma in der sechsten Generation. Er plante die Einrichtung eines Silos mit 12.000 Kubikmetern Fassungsvermögen, um die bestehenden Speicher aufzurüsten. Karl Wach und Heinrich Rosskotten, zwei Architekten, die mit aktuellen Architekturüberlegungen und insbesondere mit Le Corbusiers Theorien offenbar bestens vertraut waren (→ Düsseldorf, Haus Wach), konzipierten die zehn Rundbehälter in Sichtbeton, die von einem quaderförmigen Turm zur Aufnahme des Treppenhauses und der Getreideelevatoren und einem Aufsatz für die Transportbänder zur Beschickung der Silozellen eingefasst wurden. Die Firma Wayss & Freytag führte die mit 23,40 Metern für die damalige Zeit ungewöhnlich hohe Freischalung aus. Eine gleichartige Batterie wurde 1934 zugefügt. Wach und Rosskotten schufen einen Speicher für große Getreidemengen, in dem das gereinigte Korn durch maschinenbetriebene Elevatoren in Bewegung gehalten wurde und somit lange lagerfähig blieb, dessen Bauweise rationell und preisgünstig war und zügig vonstattenging. Dennoch nahmen die zeitgenössischen Kritiker ihn – gerade in seiner Funktionalität – als kraftvollen Ausdruck monumentalen Gestaltens war.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 11.07.2019

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