Gesamtansicht ehemaliger Radioturm im Grugapark in Essen

Grugaturm

Grugapark (nördlich der Messehallen), Essen

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IconObjekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet

IconObjekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert

IconObjekt der Route der Wohnkultur

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denkmalgeschütztes Objekt

1928–1929

Moderne

Paul Portten
(Architekt)

Gemeinnütziger Verein zur Verwertung des Essener Ausstellungsgeländes GmbH

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Grugaturm

Gruga, die Große Ruhrländische Gartenbauausstellung, öffnete 1929 ihre Tore. Unter der Leitung von Gartenarchitekt Johann Gabriel aus Essen war sie innerhalb von zwei Jahren auf einem ehemals sumpfigen, 25 Hektar großen Gelände zwischen Messehallen und dem 1927 neu angelegten Botanischen Garten entstanden. Von Juni bis Oktober 1929 sahen etwa zwei Millionen Besucher aus ganz Deutschland sowie u. a. aus Belgien und den Niederlanden die Gartenausstellung. Wie von vornherein geplant, wurde das Gelände nach dem Ende der Ausstellung als öffentlicher Volkspark weitergeführt. Um geradlinig angeordnete Hauptachsen gruppierten sich streng geometrisch gestaltete Zierrabatten sowie voneinander abgegrenzte Gartenräume zu unterschiedlichen Themen: Pflanzenneuheiten, Gemüseanbau, Kleingartenbau und Geflügelhaltung. Ein im Industriegebiet relevanter Themenschwerpunkt waren zudem rauchempfindliche bzw. rauchunempfindliche Forst- und Gartenpflanzen, die im südlichen Teil der Gruga, in der Nachbarschaft des Schulgartens präsentiert wurden.

Neben dem Nützlichen sollte das Vergnügen im Grugapark keineswegs zu kurz kommen. Vielfältige, im Dunkeln illuminierte Wasserspiele, ein Kinderspielplatz, ein Tanzcafé am Rosengarten sowie ein Kaffeerestaurant an der Sommerblumenterrasse boten Gelegenheit zur entspannten Freizeitgestaltung. Spektakulärer Mittelpunkt und – auch im Wortsinn – Höhepunkt der Anlage war der sogenannte Radioturm im „Radio- und Lichtbildgarten“. Der Architekt, Paul Portten, plante das Bauwerk in funktional-sachlicher Formensprache als 26 Meter hohe Stahlskelettkonstruktion. Die Rück- und Seitenwände waren mit Heraklith-Leichtbauplatten ausgefacht, während die nach Westen weisende Vorderseite des Aussichts- und Funkturms verglast war. So behielten die Besucher während des Anstiegs auf den ca. 100 Treppenstufen stets ihren Höhengewinn im Blick, bis sie schließlich auf der leicht auskragenden Aussichtsplattform von 30 Quadratmetern Grundfläche den Weitblick über Gruga, Essen und das Industriegebiet bestaunen konnten. Auf dem Turm war eine Radio- und Großlautsprecheranlage installiert, mit der Sendungen des damals noch neuen Mediums Rundfunk in den Garten übertragen wurden. Die Westseite des Sockelgeschosses war so gestaltet, dass sie als Leinwand für das Freilichtkino dienen konnte. Schon ab 1930 wurden hier Tonfilme gezeigt. Nach Umbauten zur propagandistisch aufgewerteten „Reichsgartenschau“ im Jahr 1938 (damals erhielt der Turm seine stromlinienförmige, ovale Aussichtsterrasse), nach Kriegszerstörungen, dem Wiederaufbau zwischen 1945 und 1952 sowie der gartengestalterischen Neukonzeption im Rahmen der Bundesgartenschau 1965 hat der Garten sein Gesicht gewandelt. Insbesondere ist die auf 70 Hektar vergrößerte Freizeit- und Parklandschaft heute stärker als 1929 von naturnahen Flächen geprägt. Wahrzeichen und Konstante ist bis heute der Aussichtsturm, der seit 1986 unter Denkmalschutz steht. Im Jahr 2000 wurde er renoviert und mit einem Aufzug versehen und ist heute das einzige erhaltene Bauwerk aus dem Gründungsjahr der Gruga.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 12.07.2019

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Kategorien:
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