Haus Driescher

Schwalmstraße 204, 41238 Mönchengladbach

1928

Moderne

Kurt Paeckelmann
(Architekt)

Fritz Driescher

Objekt merken | Merkliste / Routenplaner (0)

Volltextsuche:

Objekte suchen:

Jetzt suchen

Objektanzahl: 152

Haus Driescher

1925 hatte Fritz Driescher seine expandierende Firma für Bauteile zur Stromversorgung von Kapellen nach Rheydt verlegt. Am 6. Juli 1928 wurde der Bauantrag für das Privatwohnhaus auf dem Firmengelände gestellt. In vielerlei Hinsicht ist Fritz Drieschers Haus eine Unternehmervilla „alten Stils“, denn sie liegt inmitten der Produktionsanlagen, wenngleich umgeben von einem großzügigen Garten. Auf zwei Etagen war hier großbürgerliches Wohnen für die sechsköpfige Familie und das Haushälterehepaar möglich. Zum bürgerlichen Wohnzuschnitt passte die Innenausstattung mit Wandvertäfelungen aus Holz und rotem Marmor, die geschwungene Innentreppe sowie die in Bleiverglasung ausgeführten Farbglasfenstern von Treppenhaus und Wintergarten.

„Mit Bauhaus hat das nichts zu tun!“, pflegte Heinz Driescher, der in der Villa aufgewachsene jüngste Sohn des Firmengründers, etwaige stilistische Einordnungsversuche abzuwehren. Tatsächlich frönten der Fabrikant alter Schule und sein Architekt mit Wonne der Lust am Ornament. Elemente aus Art Déco, Expressionismus und Neuem Bauen kommen hier zusammen. Der Einfluss des Neuen Bauens tritt in der Gesamterscheinung des aus aneinandergeschobenen und höhenversetzten Kuben bestehenden Gebäudes zutage, das mit einem flachen Dach gedeckt ist. Mit der großzügigen Belichtung durch zahlreiche Fenster und der Öffnung nach außen durch Wintergarten, Balkon und zwei Terrassen – davon eine große, nach Westen ausgerichtete Dachterrasse –, ist ein weiteres Anliegen des Neuen Bauens verwirklicht. Rationalisierung und stilistische Ökonomie würde man dem Gebäude allerdings kaum zuschreiben. Die geradlinigen Kuben des Baukörpers werden durch abgerundete Gebäudeecken harmonisiert, wobei die Rundungen auch in der Form von Vorplätzen und Treppen aufgenommen wurden. Die unterschiedlich großen Sprossenfenster folgen in der Anordnung keinem starren System. Das nach Osten ausgerichtete Fenster des Wohnzimmers ragt wie ein altertümlicher kleiner Erker aus der Fassade hervor. Besondere Sorgfalt wurde auf die Verarbeitung des in verschiedenen Farbschattierungen dunkel gebrannten Klinkers verwandt: Alle Gebäudeteile sind oben durch variierende attika-artige Gesimse oder schmale Profile abgeschlossen. Das hochrechteckige, unten dreifach gestufte Fenster des Treppenhauses wird von einem Band aus plastisch hervortretenden Klinkern eingefasst. Expressionistisch wirkt auch die mehrfach gestufte, zurückspringende Einfassung des Haupteingangs, die von einem Band übereck gestellter Klinker gerahmt wird. Ein besonders extravagantes Detail bilden die markanten Schlackesteine, die wie Wappensteine mittig über der Eingangstür und über allen Fenstern der Straßenfassade prangen.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 04.07.2019

Objektkommentare

0 Kommentare / Kommentar verfassen

Objektkommentar verfassen

zum Objekt Haus Driescher

Ihr Kommentar wird vor Freischaltung durch die baukunst-nrw Redaktion geprüft.

Ja, ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen.*

Mit dem Absenden dieses Formulars erklären Sie sich damit einverstanden, dass Ihre persönlichen Daten zur Bearbeitung Ihres Kommentars verwendet werden (Weitere Informationen und Widerrufshinweise finden Sie in der Datenschutzerklärung).

*Pfichtfelder müssen ausgefüllt werden

Kommentar senden

 

Kategorien:
Architektur » Wohnbauten » Ein-/Zweifamilienhäuser

keine Aktion...

Wir möchten unsere Website nutzerfreundliche für Sie gestalten. Deshalb verwenden wir Cookies. Wenn Sie unser Angebot weiter nutzen, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.