Haus Fischer

Rudolf-Ziersch-Straße 3, 42287 Wuppertal

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denkmalgeschütztes Objekt

1926–1927

Moderne

Heinz Lüttgen
(Architekt)

Dr. Walter Fischer

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Haus Fischer

1926 entwarf Hans Heinz Lüttgen das Wohnhaus für den Barmer Rechtsanwalt Dr. Walter Fischer entwarf. Kennengelernt hatten sich Bauherr und Architekt wohl über gemeinsame Bekannte, das Ehepaar Grobel, für das der noch am Anfang seiner Karriere stehende Lüttgen etwa zeitgleich in der Nachbarstadt Elberfeld baute (Wuppertal, Haus Grobel). Frau Grobel stammte aus Köln und hatte Kontakte zum Kreis der Kölner Progressiven, dem auch Lüttgen angehörte. Weltanschaulich hatte der Barmer Bauherr Fischer einiges mit dem progressiven Künstlerkreis gemeinsam, vertrat der jüdische Anwalt doch Klienten in politischen Strafprozessen, die dem sozialistischen und kommunistischen Lager angehörten und bei der „Roten Hilfe Deutschlands“ Rechtsschutz erhielten. Dazu passt auch, dass er die Bauhütte Barmen-Elberfeld, eine soziale GmbH, mit der Bauausführung betraute.

Die Villa mit den rosa eingefärbten Putzflächen und blaugrauen Fensterrahmen ruht auf einem verklinkerten Sockel, der die Hanglage ausgleicht. Eine Mauer aus grob behauenem Bruchstein, der die Garage aufnimmt, grenzt das mit Buchen und Birken bestandene, höher gelegene Grundstück zur Straße hin ab. Die beiden parallel zur Straße geführten, unterschiedlich dimensionierten Kuben sind im Westen durch den rund geschlossen Balkon vor den beiden Schlafzimmern der Eheleute miteinander verbunden. Während das Flachdach des größeren Baukörpers durch ein schmales Profil abgeschlossen ist, ragt die flache Abdeckung des kleineren Kubus über den Baukörper hinaus. Wie beim Haus Grobel sind die Fenster teils übereck geführt und die Räume geschickt nach dem Lichteinfall ausgerichtet. Nur Küche und Nebenräume erhalten ausschließlich Licht von Norden. Während die Raumaufteilung eher konventionell großbürgerlich ist, bedeuten die großzügigen Fenster, zwei ebenerdige Sitzplätze, zwei Balkone und ein Dachgarten eine Öffnung des Hauses zum Licht und zum Garten, die modernen Wohnvorstellungen entspricht und mit der linear-kubischen Formensprache korrespondiert. Auch im Inneren war das Haus mit bunten Farben gestaltet.

Walter Fischer lebte nur wenige Jahre in seinem für Wuppertal aufsehenerregend avantgardistischen Haus. Er emigrierte 1933 mit seiner Familie nach Haifa, nachdem ihm wegen seiner „nichtarischen“ Herkunft im Juli desselben Jahres die Zulassung als Anwalt entzogen worden war.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 12.07.2019

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