Kaufhaus Michel

Wall 15–21, 42103 Wuppertal

1929–1930

Moderne

Emil Fahrenkamp
(Architekt)
Architekt Georg Schäfer | Klose und Schäfer

Michel & Co. Nachf. AG

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Kaufhaus Michel

Emil Fahrenkamp und der Warenhausspezialist Georg Schäfer erhielten gemeinsam den Auftrag zur Erweiterung des Kaufhauses Michel an der Elberfelder Wall- und Kirchstraße. Dabei war Fahrenkamp für den architektonischen Entwurf und Schäfer für Grundriss und technische Einrichtung zuständig. Das Gebäude mit sechs Voll- und zwei aus der Flucht zurücktretenden Mezzaningeschossen ist als Stahlskelettbau errichtet. Die Konstruktionsweise erlaubte es, die rund um die Gebäudeecken geführten Fensterbänder stützenfrei auszuführen und nur durch die schmalen Stege der Stahlrahmen zu gliedern. Im Wechsel mit travertinverkleideten Brüstungen und profilierten Gesimsen entstand eine Fassadenfläche, deren geschwungene, horizontale Bänderung Anklänge an Erich Mendelsohns Erweiterungsbau des Kaufhauses Cohen & Epstein in Duisburg (1925–1927) aufweist. Die deutlichste Parallele zeigt sich bei Mendelsohns gleichzeitig mit dem Kaufhaus Michel entstandenem Bau für den Warenhauskonzern Schocken in Chemnitz.

Die avantgardistische Erscheinung der Fassade trat durch den Kontrast zur umgebenden spätmittelalterlichen Bebauung Elberfelds besonders hervor. Den durch die Anlage des Vorgängerbaus begründeten, kaum wahrnehmbaren Knick in der Fassade interpretierte Paul Joseph Cremers 1930 als „eine offensichtliche federnde Spannung“, die in Beziehung zur Dynamik des schnell vorbeirauschenden Verkehrs trete. Dazu passte die werbewirksame nächtliche „Lichtarchitektur“ mit von innen strahlenden Fensterbändern, dem beleuchteten Vordach über dem Eingang, dem Lichtrahmen der oberen Dachkante und den sechs senkrecht stehenden Lichtkassetten an der Front des sechsten Stockwerks.

Auch in der Innenraumgestaltung veranschaulichte das Kaufhaus Michel einen neuen Warenhaustyp. Er löste die Generation der prachtvoll-monumentalen Konsumtempel mit zentralem Lichthof ab, die um 1900 nach französischem Vorbild entstanden waren. Stattdessen standen die leichte Orientierung der Kundschaft und die verkaufsfördernde Warenpräsentation im Vordergrund der Planungen.

Nachdem die Fassade seit Anfang der 1970er Jahre unter einer vollflächigen Aluminiumverkleidung verschwunden war, konnte sie 1999 wieder hervorgeholt und restauriert werden, eine durchgreifende technische Ertüchtigung folgte. Heute heißt das Gebäude nach seinem Architekten „Haus Fahrenkamp“.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 11.07.2019

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Kategorien:
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