Straßenansicht Mehrfamilienhäuser Viktoriastraße

Ansicht Straßenecke Von-der-Tann-Straße/Viktoriastraße

Mehrfamilienhäuser Viktoriastraße

Viktoriastraße 60, 62, 64, 66/Von-der-Tann-Straße, 42115 Wuppertal

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denkmalgeschütztes Objekt

1934–1935

Moderne

Heinz Lüttgen
(Architekt)

Allianz und Stuttgarter Verein AG

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Mehrfamilienhäuser Viktoriastraße

Im Auftrag der Allianz und Stuttgarter Verein AG plante Hans Heinz Lüttgen 1934 bis 1935 eine Wohnhausgruppe auf einem extrem spitzwinklig zulaufenden Grundstück in starker Hanglage. Entlang der Viktoriastraße reihte er drei Mehrfamilienhäuser auf, die im Bereich der Untergeschosse zu dem nach Osten abfallenden Gelände vermitteln. Den Auftakt zur Straßenecke im Norden bildet Block I, dessen dreifach abgetreppte, abgerundete Hausecken dem Grundstücksverlauf folgen. Ein vierter, leicht bogenförmiger Block schließt das Grundstück nach Süden hin ab, sodass sich inmitten der Häusergruppe ein von zwei Seiten eingefasster Gartenraum mit freiem Blick zum Tal nach Osten ergab. Sechs zugehörige Garagen befinden sich unterhalb des Gartens an der Von-der-Tann-Straße.

Die Zwei-, Drei- und Vierzimmerwohnungen für Beamte waren mit modernem Komfort ausgestattet. Sie unterschieden sich im großzügigen Zuschnitt, mit hohen Fenstertüren, großflächigen Fenstern, Balkonen und Loggien nicht grundsätzlich von Lüttgens Stil, den er bei seinen großbürgerlichen Villen der späten 1920er Jahre angewandt hatte (→ Wuppertal, Haus Grobel; → Wuppertal, Haus Fischer). Um jedoch nicht zu deutlich in Konflikt mit der nationalsozialistischen Bauideologie zu geraten, bediente sich Lüttgen diverser Stilmittel, die seine im Kern modernen Bauten in eine Art modernisierten Heimatschutzstil verwandelten: Auffälligstes Merkmal sind diesbezüglich die flach geneigten Satteldächer. Aber auch Detailformen wie der plastische Kellenputz an den Hausfassaden, die an einer Reihe von Fenstern angebrachten Klappläden sowie die monumental wirkenden Hauseingänge mit ihrer breiten Einfassung aus grauem Muschelkalk verleihen den Häusern ein traditionalistisches Gepräge.

Die Wohnhausgruppe in der Viktoriastraße dokumentiert den Versuch des Architekten, in der Zeit des Nationalsozialismus einen Stil zu finden, der ihm das Fortbestehen seiner Existenzgrundlage sichern würde. Lüttgen, der vorwiegend für jüdische Bauherren tätig geworden war und der im sozialistisch-sozialreformerisch orientierten Umfeld der Künstlergruppe der Kölner Progressiven vernetzt war, sah sich mit dem Problem konfrontiert, dass der Großteil seiner Auftraggeber verfolgt wurde bzw. emigrierte. Schließlich verließ auch er Deutschland. Viele Fragen über sein weiteres Schicksal sind noch zu klären. Belegt ist jedoch, dass er am 14. Juni 1938 mit dem Schiff von Bremen nach New York gereist ist, von 1939 bis 1942 in der Schweiz lebte, anschließend nach Sao Paolo ging und ab 1948 in den USA lebte, wo er als Architekt und Städteplaner tätig war. Ab 1965 arbeitete er nur noch als Maler und Grafiker. Im Juli 1976 starb Lüttgen in New York.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 04.07.2019

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