Siedlung Blauer Hof

zwischen Dortmunder, Heidelberger, Hertz-, Kasseler, Waldecker Straße (Buchforst), 51065 Köln

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denkmalgeschütztes Objekt

1926–1927

Moderne

Architekt Wilhelm Riphahn
Architekt Caspar Maria Grod

GAG (Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau) Köln

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Siedlung Blauer Hof

Vergleichbar mit Bruno Tauts Berliner Hufeisensiedlung (1925–1930) verbindet der Blaue Hof Elemente des Hofsiedlungsbaus, der für die Großstadtarchitektur des 19. Jahrhunderts kennzeichnend war, mit den Formen und der Funktionalität des Neuen Bauens. Der Blaue Hof war die erste Siedlung, die auf dem 180.000 Quadratmeter großen sogenannten Kalker Feld entstand, nachdem die Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau (GAG) es 1926 erworben hatte. Ihren Namen hat die Siedlung nach der blauen Fassung der Innenhoffassaden, die sich auch auf das Innere der Loggien erstreckt. Das Farbkonzept für Hoffassaden und wohl auch für die Straßenfronten stammte von dem Künstler Heinrich Hoerle aus der Kölner Gruppe der progressiven Künstler, mit denen Riphahn in Kontakt stand.

Im Blauen Hof entstanden Kleinstwohnungen für einkommensschwache, kinderreiche Bevölkerungsgruppen. Sie hatten einen einfachen Standard; so war kein Bad vorgesehen, dafür eine Waschgelegenheit in der Wohnküche. Die Hausreihen sind um einen weiträumigen Innenhof angelegt, und die meisten Wohnungen erhalten ihr Licht von Osten und Westen. Auch Loggien sowie die Möglichkeit zur Querlüftung und der Zugang zum begrünten Hof entsprachen den damals aktuellen Vorstellungen vom gesunden Wohnen mit Licht und frischer Luft.

Drei äußerlich geringfügig unterschiedene Haustypen reihen sich zu einer Gesamtanlage. Die flach gedeckten, vierstöckigen Kuben werden durch die Ausschnitte von Fenstern, Loggien und zurückliegenden Balkonen in den Obergeschossen plastisch gestaltet. Eine besondere Ausformung erfuhren die turmartig erhöhten Eckhäuser und die beiden „Torhäuser“, die den Zugang zum Innenhof rahmen. Ladengeschäfte in den Eckhäusern stellten die wohnortnahe Versorgung der Bewohner sicher. Die zu den Wohnungen gehörenden Nutzgärten mit Bereichen zum Wäschetrocknen und Bleichen waren durch eine Mauer vom ehemals gärtnerisch gestalteten öffentlichen Platz abgetrennt, der sich im Zentrum der Hofanlage befindet. Hier konnten nicht nur Hausbewohner, sondern auch die Bewohner der Nachbarschaft im Grünen Erholung finden.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 11.07.2019

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