Siedlung Weiße Stadt

zwischen Heidelberger, Kopernikus-, Waldecker Straße (Buchforst), 51065 Köln

1929–1932

Moderne

Architekt Wilhelm Riphahn
Architekt Caspar Maria Grod

GAG (Gemeinnützige Aktiengesellschaft für Wohnungsbau) Köln

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Siedlung Weiße Stadt

Die Zeilenbausiedlung Karlsruhe-Dammerstock (1928–1929) war ein Schrittmacher des modernen Siedlungsbaus in Deutschland. Von Architekten und Kritikern wurde sie überregional beachtet und diskutiert. Für die Entwicklung in Köln hatte sie eine besonders nachhaltige Wirkung: Mit Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod waren die beiden bedeutendsten Kölner Siedlungsarchitekten aktiv an dem Projekt beteiligt; die hier gemachten Erfahrungen beeinflussten ihre weitere Tätigkeit in Köln sichtlich. Riphahn und Grod, die seit 1916 zusammenarbeiteten, waren 1928 zur Teilnahme an dem Karlsruher Wettbewerb aufgefordert worden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sie in Köln gemeinsam die expressionistisch angehauchte Wohnanlage „Grüner Hof“, die gartenstädtisch geprägte → Siedlung Bickendorf, die sachlich-moderne Siedlung Zollstock sowie den → Blauen Hof geplant.

Für Dammerstock konzipierten sie einen Mehrfamilien- und einen Reihenhaustyp. In Köln erhielten die beiden Architekten direkt im Anschluss die Gelegenheit, mit der „Weißen Stadt“ einen gesamten Stadtteil nach dem Zeilenprinzip zu errichten. Die Siedlung umfasst die exakt gleich in Nord-Südrichtung ausgerichteten, straßenparallelen Zeilen mit fünfgeschossigen, flach gedeckten und weiß verputzten Mehrfamilienhäusern sowie im rechten Winkel dazu Reihen von ein- und zweigeschossigen Einfamilienhäusern. Ein lang gestreckter Platz im Zentrum der Siedlung, beginnend am Kreuzungspunkt von Waldecker und Heidelberger Straße, nahm Gemeinschaftseinrichtungen auf: das 1932 erbaute (1945 zerstörte) Gemeinschaftshaus, u. a. mit Gaststätte, Kindergarten, Mütterberatungsstelle und Bücherei, sowie die 1930 erbaute Kirche St. Petrus Canisius am anderen Ende des Platzes. Ladenvorbauten an den nordwestlichen Enden der Hauszeilen an der Heidelberger Straße stellten wohnortnahe Einkaufsmöglichkeiten dar, während Vorgärten und Grünanlagen zwischen den Häuserreihen den Erholungswert der Siedlung steigerten.

Durch die sägezahnartig gestaffelte Anlage der Zeilen treten die Balkone als plastisches Element der Fassadengliederung besonders hervor und verleihen den Zeilen eine skulpturale Qualität, die man bereits als Reaktion auf die verbreitete Kritik an der monotonen Gestaltung im Zeilenbau deuten kann. Die Rücksprünge der Dachgärten sorgen für eine weitere Belebung der Zeilen. Auch die Bauweise entsprach neuesten Gesichtspunkten; mit dem neu entwickelten Verfahren der „Rapidschalung“ mit Lavabeton konnten die Häuser zügig errichtet werden. Die Wände blieben aufgrund der vergleichsweise guten Dämmeigenschaften des Materials dünn, was sich günstig auf Baukosten, Wohnraum und Mieten auswirkte.

Funktionale, gut belichtete, gesunde, modern mit WC und Wannenbädern eingerichtete Wohnungen, Durchlüftung und Durchgrünung der Häuserreihen, Einkaufs- und Erholungsmöglichkeiten, Gemeinschaftseinrichtungen für den sozialen Zusammenhalt, eine klare Formensprache, das alles in moderner Bauweise, zu niedrigen Baukosten und günstigen Mieten – Kölns erste reine Zeilenbausiedlung war eine mustergültige Siedlung des Neuen Bauens.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 18.06.2020

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