Außenansicht von St. Willibrord mit Blick zum Kircheneingang

Innenansicht mit Blick zur Orgel

St. Willibrord Kleve

Overbergstraße/Ferdinandstraße (Kellen), 47533 Kleve

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denkmalgeschütztes Objekt

1929–1930

Moderne

Alfred Wahl
Aribert Rödel

Katholische Kirchengemeinde St. Willibrord Kleve (Kellen)

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St. Willibrord Kleve

Um möglichst wenig Material einzusetzen und somit Baukosten zu sparen, wurde beim Neubau der St.-Willibrord-Kirche in Kellen zunächst ein Stahlskelett montiert, das anschließend mit einer doppelten, nicht tragenden Klinkerwand mit innenliegender Luftschicht ausgefacht wurde. Die Stabilität des Bauwerks wird allein durch die Stahlkonstruktion gewährleistet, für deren Anwendung im Kirchenbau St. Willibrord eines der frühesten Beispiele in Deutschland ist. So entsteht eine Kirche für 1.500 Gläubige mit einem Kostenaufwand von 160.000 Mark. Im Inneren entwickelt sich durch die Vor- und Rücksprünge der „aufgefalteten“ Wände ein großzügiger Raumeindruck, der einem Zentralraum ohne Stützen nahekommt. Die so entstandene Grundrissform kann aber auch als Doppelkreuz interpretiert werden, dem in der Ostfassade ein schlankes Kreuz entspricht, das durch abweichend versetzte Klinker aus der Fassade hervortritt. Das Äußere wird durch die strengen, braun-rötlich verklinkerten Kuben bestimmt, die durch hohe, schmale Lanzett-Rundbogenfenster strukturiert werden. Das Dach hat eine so leichte Neigung, dass es als Flachdach wahrgenommen wird.

Margarine, Biskuits und Kakao hatten Kellen Wachstum und Wohlstand gebracht. Niederländische Firmen siedelten im Grenzgebiet Produktionsstätten an, um neue Märkte zu erschließen und dabei Importzölle zu umgehen. Davon, dass Kleve als Kurstadt keine Industrieansiedlungen wünschte, profitierte das benachbarte Kellen. Nördlich des Klever Bahnhofs gelegen, war es an die Eisenbahnlinie Köln-Nijmegen angebunden und hatte zudem durch den Spoykanal eine Anbindung an die Rheinschifffahrt. Mit dem wirtschaftlichen Erfolg wuchs die Bevölkerungszahl von 839 Einwohnern im Jahr 1883 auf 4.000 im Jahr 1929 und 6.772 im Jahr 1950. Dieser rasante Anstieg machte nicht nur eine zweite Kirche (neben der romanischen Kirche St. Willibrord im alten Zentrum) notwendig, vielmehr sollte auf Basis eines Generalbebauungsplanes eine „Neue Mitte“ entstehen, die das alte, dörflich geprägte Zentrum und das Industriegebiet östlich des Klever Bahnhofs miteinander verbinden sollte. Die Planungen dazu waren 1926 von Alfred Wahl und Aribert Rödel aufgenommen worden – ihr Essener Büro war am linken Niederrhein „gut im Geschäft“. Aufgrund der wirtschaftlichen Krisen und des Zweitens Weltkriegs wurden sie jedoch nicht in allen Teilen umgesetzt. Dennoch ist die städtebauliche Mittlerfunktion der Pfarrkirche zwischen dem alten und dem neuen Zentrum bis heute ablesbar. Mit der großen, quadratischen Platzanlage gehört sie mit Wohlfahrtshaus, Schule, Kindergarten zu den Gemeinschaftsbauten, die in den 1920er und 1930er Jahren errichtet wurden und mit dem „D-Zug“ genannten Wohnblock die neue Mitte Kellens bis heute prägen.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 04.07.2019

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