Frontaufnahme des Wohnhauses in der Villenkolonie Frankenforst

Wohnhaus in der Villenkolonie Frankenforst

Buchenallee 16, 51427 Bergisch Gladbach

1931

- keine Angabe -

Manfred Faber
(Architekt)

Caesar Tensfeldt

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Wohnhaus in der Villenkolonie Frankenforst

Den ursprünglich kubisch-weißen Bau hatte mit Manfred Faber ein Architekt entworfen, der zu den progressivsten Kölner Architekten der Weimarer Republik zählte. Nach zwei Umbauten 1940/1941 und in den 1980er Jahren, die das Haus stufenweise in ein mit Satteldach gedecktes, aufgestocktes und mit Fachwerkdekor versehenes Gebäudekonglomerat verwandelten, ist der einst sachliche Kern allenfalls noch zu erahnen. Ohne Wolfram Hagspiels minutiöse Forschungen zum Schaffen Kölner jüdischer Architekten wäre das Objekt heute wohl nicht einmal mehr der Fachwelt bekannt, obwohl es einst die formalen Qualitäten des Neuen Bauens mustergültig illustrierte.

Das als Investitionsobjekt geplante Wohnhaus liegt in der Waldhaus-Villenkolonie Frankenforst, einer ab 1908 entstandenen Siedlung, deren Anlage vom Gedanken der Gartenstadtbewegung beeinflusst ist. In einem bebilderten Inserat im Kölner Stadt-Anzeiger wurde das „mit allen Bequemlichkeiten wie Gas, Elektrizität, Warmwasserleitung Zentralheizung usw.“ versehene Haus angepriesen, das neben fünf Wohn- und Schlafräumen als Clou unter anderem eine „heizbare Garage“ hatte.

Fabers Entwurf unterschied sich allerdings vom Erscheinungsbild der übrigen Waldhaus-Villen: Diese oft historisierend gestalteten Bauten waren mit Sattel- und Walmdächern, Zierformen wie Erkern, Risaliten und Blendfachwerk und mit Materialien wie Klinker, Bruchstein oder Schiefer als repräsentative, herrschaftliche Villen der Kaiserzeit zu erkennen. Zwar liegt auch Fabers Villa, die von einem Diplomingenieur Hans Beck erworben wurde, auf einem großzügig bemessenen Grundstück in der Nähe eines alten Waldbestandes, auch ermöglichten moderne Innenausstattung und Grundriss eine großbürgerliche Lebensführung, in der äußeren Form jedoch war die Villa eine klare Absage an die bürgerlich-waldromantischen Sehgewohnheiten: Drei in die Tiefe des Grundstücks gestaffelte, flach gedeckte Kuben mit unterschiedlicher Geschosshöhe nahmen Garage, Wirtschaftsteil mit darüberliegenden Schlafstuben (wohl für das Personal) und schließlich den Wohntrakt auf. Der Wohnbereich, dem eine Terrasse vorgelagert war zeichnete sich durch bodentiefe Fenster und fließende Raumübergänge aus; zwischen L-förmig angeordnetem Wohn- und Herrenzimmer war offenbar eine Faltwand vorgesehen.

Im November 1940 hatte der Eigentümer des Hauses gewechselt: Die avantgardistische Villa erhielt ein Satteldach. Das Zierfachwerk wurde im Rahmen eines abermaligen Umbaus 1986/1987 hinzugefügt.

Autor: Birgut Gropp
Zuletzt geändert am 23.09.2019

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