Wohnhäuser in der Gartenstadt Stadion auf der Frankenstraße 20

Einfamilienhaus auf der Paul-Finger-Straße 17

Gartenstadt Stadion

Straßen nördlich und südlich der Statthalterhofallee (Frankenstraße, Paul-Finger-Straße u. a.), 50858 Köln

Legende für Merkmale

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IconObjekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet

IconObjekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert

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denkmalgeschütztes Objekt

1930–1933

Moderne

AG Gartenstadt Stadion (Edmund Bolten, H. Walter Reitz, Ulrich Pohl, Heinrich Reinhardt)

Erbengemeinschaft Finger
(u. a.)

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Gartenstadt Stadion

Zwei Tage vor dem New Yorker Börsencrash, am 22. Oktober 1929, unterzeichneten Franz Finger und Otto Klein, der Bürgermeister von Lövenich-Weiden, einen Straßenbauvertrag. Er war Voraussetzung zur Bebauung eines 60 Morgen großen Grundstücks auf dem Gebiet der Gemeinde, unmittelbar westlich der Kölner Stadtgrenze. Finger war Generalbevollmächtigter jener Erbengemeinschaft, der das Gelände gehörte. Auf seine Initiative hin sollte hier, in attraktiver Lage am Kölner Sportpark, zwischen dem westlichen Grüngürtel und dem Ortskern von Lövenich eine reich durchgrünte Gartenstadt nach den Prinzipien des Neuen Bauens entstehen. Ursprünglich vorgesehen waren auch eine Ladenzeile, ein Café mit Terrasse, ein öffentliches Gebäude der Gemeinde sowie eine Schule. Für die Planung gewann Finger vier im Bau von innovativen Privathäusern erfahrene Architekten, unter ihnen H. Walter Reitz, die sich unter der Geschäftsführung von Edmund Bolten zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammentaten und zur Vermarktung der Objekte einen „Showroom“ in der Kölner Innenstadt unterhielten. Das original erhaltene Haus in der Frankenstraße 16 war das eigene Wohnhaus Boltens und zugleich Musterhaus für Interessenten.

Der Plan sah vor, beiderseits der Statthalterhofallee 250 Einfamilienhäuser zu errichten. Diese sollten in offener Bebauung als Einzelhäuser oder in kleinen Gruppen von höchstens vier Reihenhäusern realisiert werden. Dabei wurde eine große Vielfalt von Grundriss- und Gestaltungsmöglichkeiten zur Befriedigung individueller Bauherrenwünsche angeboten. Die einheitliche Gesamtwirkung sollte durch den durchgängigen weißen Edelputz (Klinker waren nicht erlaubt) und die kubische Formensprache mit flachen Dächern herbeigeführt werden. Aufgrund der Nord-Süd-Ausrichtung der Straßen wurden alle Häuser gleichmäßig von Osten und Westen belichtet.

Nach einem vielversprechenden Start ging die Realisierung des Siedlungsprojektes vor allem aufgrund der sich verschärfenden Weltwirtschaftskrise schleppender voran als erhofft. Bis zur Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 waren nur 19 Häuser entstanden. Zwar wurden auch danach noch fünf weitere Neubauten im Internationalen Stil errichtet, doch als im Frühjahr 1934 das Preußische Staatshochbauamt die Prüfung aller Entwürfe und Bauabnahmen beanspruchte, wurden Baugesuche vor allem wegen der angeblich „undeutschen“ Flachdächer abgelehnt.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 04.07.2019

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Kategorien:
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