Haus Heusgen

Talring 153, 47802 Krefeld

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denkmalgeschütztes Objekt

1932–1933

Moderne

Architekt Rudolf Wettstein
Willi Kaiser
(Architekt)

Milly Geissen (später Heusgen)

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Haus Heusgen

Im Gegensatz zu den konventionell-großbürgerlichen Villen der Nachbarschaft am Hülser Berg ist mit dem Haus des Textilunternehmerpaars Heusgen ein Domizil entstanden, das von internationaler Weltläufigkeit zeugte: In bester Bauhaus-Manier ist es aus mehreren flachen, gegeneinander verschobenen Kuben in Stahlskelettbauweise zusammengesetzt. Jede Hausseite wird auf unterschiedliche Weise durch Fenster und weiß verputzte Wände, durch offene und geschlossene Partien rhythmisiert. Das Erdgeschoss enthält, wie für Bauten von Mies van der Rohe typisch, ineinander übergehende Wohnbereiche, die mit ihren raumhohen Fenstern sorgfältig gewählte Ausblicke in den Garten und die umgebende Landschaft ermöglichen. Etliche weitere Merkmale erinnern an Mies-Bauten: Das zurückgesetzte Obergeschoss nimmt die an einem langen Flur aufgereihten, beiderseits von schmalen Fensterreihen belichteten kleinen Schlaf- und Badezimmer auf und erinnert damit an Haus Lange. Das konstruktive Stahlskelett wurde mit den lackierten Rundsäulen teilweise sichtbar belassen, wie dies vom Prinzip her auch für den nicht ausgeführten Krefelder Golfklub zutrifft. Auch typische Ausstattungsmerkmale wie Solnhofener Platten, Natursteinplatten und Holzfußböden und finden sich in entsprechenden Funktionsbereichen bei Mies-Bauten.

Milly Heusgen berichtete gegenüber Zeitgenossen, Mies van der Rohe habe das Haus entworfen, man habe sich aber auf Anonymität geeinigt, um Architekturtourismus zu vermeiden. Die Bauantragszeichnungen hat vielmehr der ansonsten praktisch unbekannte Rudolf Wettstein unterzeichnet. Ein von Christiane Lange entdecktes Foto des Baustellenschildes nennt Rudolf Wettstein und Willi Kaiser als Architekten. Letzterer war von 1929 bis 1931 im Büro von Mies tätig.

Lange konnte im Vergleich zwischen Zeichnungen, Modellen und ausgeführtem Bau nachweisen, dass zentrale architektonische Erfindungen Mies van der Rohes, die in den Planungen vorgesehen waren, im realisierten Bau fehlen oder unvollkommen sind: die in die Natur ausgreifende Wandscheibe, die die Eingangsfront in zwei klar unterschiedene Bereiche geteilt hätte; die konsequente Anwendung des Säulenrasters als ordnende Struktur und die reine, freistehende Materialwand als Übergangsbereich zwischen Wohnraum und Wintergarten. Konnte sich Mies als Entwerfer mit diesen Motiven nicht gegenüber den Bauherren behaupten? Gab es Streit und er legte die Arbeit nieder, stellte aber den Entwurf zur Verfügung? Warum sind die Bauzeichnungen, die diese Details noch aufweisen, dennoch von Wettstein unterschrieben? Ohne weitere schriftliche Belege wird sich die Urheberschaft wohl nicht eindeutig klären lassen.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 04.07.2019

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Kategorien:
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