Staatliche Polizeiunterkunft Essen

Norbertstraße 165, 45133 Essen

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denkmalgeschütztes Objekt

1929 (Wettbewerb), 1932–1934

Moderne

Preußisches Neubauamt Essen
Regierungsbaumeister Bruno Kleinpoppen
(Architekt)

Preußische Staatshochbauverwaltung
(für das Preuss. Ministerium des Inneren)

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Staatliche Polizeiunterkunft Essen

Mit allen Baubeamten der preußischen Staatshochbauverwaltung war 1929 auch Regierungsbaumeister Bruno Kleinpoppen – damals noch in Rheydt mit der Ausführung des → Schülerinnenwohnheims der Maria-Lenssen-Schule befasst – aufgerufen, einen Vorschlag für den Bau einer Polizeiunterkunft in Essen abzugeben. 80 Entwürfe wurden eingereicht. Kleinpoppen erhielt für seinen extrem funktionalen Entwurf den ersten Preis. Bemerkenswert ist, dass mit Kleinpoppens Vorschlag ein dezidiert moderner Entwurf den Zuschlag bekam und dass auch die acht weiteren von der Preußischen Staatshochbauverwaltung angekauften Entwürfe fast durchgängig durch eine sachlich-moderne Architektursprache gekennzeichnet sind.

Ab 1931 wurde das Bauvorhaben realisiert, und zwar betreut von Kleinpoppen selbst, der dazu als Leiter an das Städtische Neubauamt in Essen berufen worden war. Kernstück der Anlage ist der im Kammsystem angelegte Wohntrakt in Stahlskelettbauweise mit einer langen und fünf kürzeren, von Süden belichteten Zeilen. Nach Osten schließen sich die Riegel von Werkstatt-, Kraftfahrzeug- und Wirtschaftsgebäuden sowie Pferdeställe an. Das Sanitätsgebäude mit Laubengang im Erdgeschoss wurde etwas abseits in den südlich gelegenen Buchenwald hineingebaut. Unterschiede im Höhenniveau des Geländes wurden durch außenliegende Treppenanlagen und Rampen ausgeglichen. Die architektonische Wirkung der schmucklosen, flach gedeckten Kuben ergibt sich auch aus dem Rhythmus von verputzten Fassaden und Fenstern. Durchlaufende Fensterbänder werden durch hoch aufragende gläserne Flächen der Treppenhäuser, größer dimensionierte Fenster von Gemeinschaftsräumen und kleinformatige Fenster der Drempelgeschosse variiert.

Kleinpoppens Entwurf entsprach den Vorstellungen der Jury von einer gelungenen städtebaulichen Anlage und gut proportionierten Gebäudegruppen. Der Anker für eine großmaßstäbliche Erschließung des ehemals landwirtschaftlich genutzten Geländes war gesetzt. Heute ist der Blick auf die ehemalige Polizeiunterkunft nicht nur durch Vegetation verdeckt: Das umgebende Gebiet südlich der Norbertstraße (inzwischen Bundesautobahn 52) ist mit gewerblichen Großbauten, die den Maßstab der Staatlichen Polizeiunterkunft aufnehmen, dicht besiedelt. Die einst prominente Alleinlage des Komplexes auf einer Anhöhe mit Sichtbeziehung zur Stadt und zum 1929 entstanden Grashof-Gymnasium von Alfred Fischer lässt sich nur noch an Fotografien nachvollziehen.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 06.10.2020

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Kategorien:
Architektur » Öffentliche Gebäude » Kommunalgebäude (Feuerwehr, Polizei)

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