Außenansicht Waschhaus der Siedlung Weegerhof

Innenaufnahmen Waschhaus der Siedlung Weegerhof

Waschhaus der Siedlung Weegerhof

Hermann-Meyer-Straße 28a, 42657 Solingen

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IconObjekt ist als Kulturdenkmal auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbe verzeichnet

IconObjekt wurde umgebaut, saniert oder erweitert

IconObjekt der Route der Wohnkultur

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denkmalgeschütztes Objekt

1928–1929

Moderne

Spar- und Bauverein Solingen eGmbH, Bauabteilung
Franz Perlewitz
(Architekt)

Spar- und Bauverein Solingen eG

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Waschhaus der Siedlung Weegerhof

Seit seiner Gründung 1897 hatte Spar- und Bauverein Solingen (SBV) die Stadt schon mit einer stattlichen Anzahl von Wohnungen und Siedlungen versorgt, und von seiner Bedeutung zeugt bis heute auch noch sein 1929 errichteter Verwaltungssitz an der Kölner Straße, zusammen mit der anschließenden, gleichzeitig gebauten AOK-Zentrale seinerzeit das „rote Zentrum“ Solingens. Doch als der SBV 1925 in seiner neuen Siedlung Kannenhof eine „Zentral-Dampfwäscherei“ bauen wollte, gab es in Deutschland praktisch keine Vorbilder hierfür. Geschäftsführer Hermann Meyer und sein Architekt Franz Perlewitz fuhren also entschlossen nach Österreich und studierten die modernen Waschhäuser in den Siedlungen des „Roten Wien“. Das bahnbrechende Wäschereigebäude im Kannenhof wurde in den 1970er Jahren abgerissen. Erhalten ist aber das zweite seiner Art in Solingen, 1928 in der Siedlung Weegerhof errichtet. Als die Denkmalpfleger es 2005 besichtigten, fühlten sie sich in eine Zeitmaschine versetzt: Hier wurde immer noch gewaschen, getrocknet, gemangelt und gebügelt, zum Teil an Maschinen, die selbst noch in die Anfangsjahre des Hauses zurückreichten.

Diese zu Beginn des 21. Jahrhunderts in Deutschland wahrscheinlich einmalige, kontinuierlich über fast 80 Jahre bestehende Nutzung ist heute zwar nicht mehr „lebendig“, als von SBV und LVR-Industriemuseum getragenes und bespieltes Museum erzählt es aber immer noch, am authentischen Ort und mit authentischer Ausstattung, von der Geschichte des Waschens und davon, wie durch zentrale Einrichtungen wie diese eine alltägliche, in den 1920er Jahren sicher ausschließlich von Frauen durchgeführte schwere Hausarbeit spürbar erleichtert wurde. Das heute augenzwinkernd „Waschsalon Wiener Art“ genannte Waschhaus ist heute außerdem ein lebendiger Kultur- und Veranstaltungsort, und ein in einem Gebäudeteil untergebrachtes Blockheizkraftwerk führt sogar die Tradition einer zentralen technischen Einrichtung für die Siedlung weiter fort.

Das Gebäude, in einem Blockinnenbereich der Siedlung gelegen, hebt sich mit einer schlichten, kubischen Formensprache von den umgebenden, eher traditionalistischen Wohnhäusern der Siedlung deutlich ab – Zweck und sozialer Gedanke rechtfertigten hier eine andere, gemäßigt funktionalistische Architektur. Der eingeschossige Putzbau mit Flachdach steht auf annähernd quadratischer Grundfläche, eine leichte Erhöhung der Trauflinie betont den Eingang. Den laternenartigen Aufbau des Daches, der das Innere mit Oberlicht versorgt, nimmt man besser von innen wahr, wo er zentral durch eine Lichtdecke den eindrucksvoll gefliesten Waschraum belichtet.

Autor: Birgit Gropp
Zuletzt geändert am 06.10.2020

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